“This is a rape analogy. This is what women face every single day when they try to bring their rapists to justice.”
SlutWalk London: “Yes is the only consent.”
(Foto von miss.selina.)
Es ist VÖLLIG irrelevant wer sich wie kleidet und wie sie oder er dabei aussieht! Ein großer Anteil der Teilnehmenden kamen dort in total normalen Klamotten, was auch immer der- oder diejenige als normal empfindet. Ich und meine Begleiterinnen hatten unsere normale Urlaubsgarderobe (Jeans, Pulli, Anorak) an, hinter uns liefen zwei glitzergeschminkte und nonnenkostümierte Menschen, es gab Grufti-Frauen, Hot-Pants-Männer, 50jährige nach Erdkundelehrer aussehende Männer in Regenjacke und Cordhose (mit dem schönen Schild “this is what a feminist looks like”), Frauen die aussahen wie aus einer RTLII-Reeperbahn-Reportage, Mädels in Manga-Outfits, Punks in zerfetzten Blümchenkleidern, eine Omi im beigen Mantel, Dicke in Latex, Dünne in Anzug, Halbnackte, Verhüllte, Alte, Junge und und und…
Und die Hauptsache: Niemand hat Niemanden komisch angeguckt, ausgegrenzt, hat die Cellulite der Nebenfrau oder die Krampfadern des Nebenmannes beargwohnt, oder sich sonstwie mit lästiger Bewerterei und Augenbrauenhochzieherei aufgehalten, weil irgendwer die Brüste geschwungen hat oder eben gerade auch nicht. Sondern da hat einfach ein extrem heterogener Haufen Menschen solidarisch und lautstark demonstriert. Unter Bannern wie “It’s never the Survivor’s Fault”, “Sexual Assault Prevention Tip #1: Don’t Rape People”, “Batman wouldn’t blame victims” und dem Klassiker “Whatever I wear, wherever I go – Yes means yes and NO MEANS NO”
Nach meinem Verständnis und meiner Wahrnehmung dort ist das doch gerade der Witz am Slutwalk-Konzept: Dass eben jede/jeder/jedes in Ausdruck ihrer selbst dort eine Marke gegen Rape Culture setzen kann und niemand sich normieren, stigmatisieren, ausgrenzen, bewerten oder in irgendwelche Schubladen stecken lassen muss – eben als Gegenmarke zu unserer ständig erlebten Alltags-Kultur.
All das sieht man übrigens auch auf den zahlreichen im Internet verfügbaren Fotos von den verschiedenen Slutwalks. Wenn man mal von den sehr wenigen Pressebildern absieht, sondern sich eher auf die Fotos von den Veranstaltenden konzentriert, dann sieht man diese Diversität eben sehr schön. Da wird auch durchaus deutlich, dass sehr viele Demonstrierende in ganz normalen Alltags-Klamotten da auftauchen und eben nicht nur junge, hübsche Frauen in Dessous da rumlaufen – im Gegenteil, diese waren dort zumindestens klar in der Minderheit!


