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Wie organisiere ich einen SlutWalk? - Eine Anleitung

Hier sind ein paar Ratschläge, wenn ihr selbst einen SlutWalk in eurer Stadt organisieren wollt. Inwiefern ihr diese befolgt, liegt natürlich in eurem eigenen Ermessen, aber sie können hoffentlich als Starthilfe dienen.

★ GRUNDSÄTZLICHES: SlutWalks sind Demonstrationen gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen. Die kritische Auseinandersetzung mit diesen auch unter Rape Culture zusammengefassten Themen steht eindeutig in einer feministischen Tradition und der SlutWalk somit ebenfalls. Solltet ihr bisher nicht im feministischen Kontext aktiv geworden sein: Herzlich Willkommen an Bord! :)

Da es sich bei Rape Culture um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt, sollen auch alle Menschen von euch angesprochen werden – SlutWalks sind Demonstrationen von Solidarität, die sich ebenso gegen Trans*-, Homo- und Queerphobie, Rassismus und Klassismus richten.

★ TEAM: Eine gute Atmosphäre im Team ist äußerst wichtig, damit ihr alle erfolgreich zusammenarbeiten könnt, solltet ihr euch alle erst kennenlernen. Schaut am besten zunächst, welche Fähigkeiten, Kontakte und Talente die Mitorganisator_innen haben und teilt euch entsprechend in Teams ein. So haben einige vielleicht Lust darauf, einen Finanzplan aufzustellen, andere sind z. B. bereits erfahren in der Anmeldung von Demos und wieder andere kümmern sich lieber um eure Webseite. Wichtig ist immer und jederzeit, dass ihr euch gegenseitig unterstützt und signalisiert, wenn ihr übernommene Aufgaben nicht alleine schafft. Eine Veranstaltung wie der SlutWalk lässt sich nur gemeinsam stemmen und macht so ja auch viel mehr Spaß.

★ ZEIT: Lasst euch Zeit. Es ist besser, die Demonstration gut vorzubereiten, als sie völlig überstürzt auf die Beine zu stellen. Ihr müsst vielleicht Fristen beachten, sehr wahrscheinlich sogar müsst ihr finanzielle Mittel für Flyer, Plakate u.ä. auftreiben und vor allem solltet ihr aber so viele Menschen wie möglich mit eurem Vorhaben erreichen. Wollt ihr z.B. Rednerinnen zum Walk einladen oder mit bestimmten Organisationen kooperieren, müsst ihr diese auch rechtzeitig kontaktieren. All das geht nur, wenn ihr euch insgesamt genug Zeit zur Planung lasst.

★ KOMMUNIKATION:

  1. E-MAIL – Richtet eine SlutWalk-Mailadresse ein (z.B. slutwalkeurestadt@gmail.com). So müsst ihr nicht als Privatpersonen auftreten, könnt diese offiziell für alle Anfragen verwenden und besser den Überblick behalten, was die Kommunikation zum SlutWalk angeht.
  2. WEBSEITE – Mit Hilfe von Blog-Software könnt ihr am schnellsten eure eigene Anlaufstelle im Netz bauen. Denn auch wenn sich vielleicht zunächst über Facebook die meisten Leute ansprechen lassen, werdet ihr eine Online-Plattform außerhalb brauchen, um noch mehr Menschen zu erreichen.
  3. PRESSE – Ein_e Ansprechpartner_in oder sogar ein eigenes Team für die Presse ist ebenfalls sehr wichtig, denn ihr werdet Interviewanfragen bekommen. Überlegt euch daher also, wer von euch als Sprachrohr der Gruppe auftreten soll und diese Aufgabe souverän meistern kann, damit eurem SlutWalk in der Presse keine falschen Botschaften unterstellt werden. Dazu ist es natürlich notwendig, dass ihr die Inhalte des SlutWalk noch einmal konkret für euch formuliert. Verfasst auch eine Presseerklärung. Habt ihr bereits eigene Pressekontakte über Freund_innen und Bekannte nutzt diese unbedingt, um Termin und Botschaft des SlutWalk zu verbreiten.
  4. FACEBOOK - Richtet am besten eine Facebook-Seite für euren SlutWalk ein (facebook.com/SlutWalkEureStadt), sobald ihr mit dem Gedanken spielt, einen SlutWalk zu organisieren. Sollte solch eine Seite bereits existieren, schaut ob ihr euch ggf. im bestehenden Orga-Team einbringt, anstatt doppelt zu organisieren - schließlich geht es beim SlutWalk um Solidarität. Legt außerdem ein eigenes Facebook-Event für das Datum eures SlutWalk an. Darüber lässt sich die Teilnehmer_innenzahl schon etwas besser einschätzen.
  5. TWITTER - Richtet auch einen Twitter-Account ein (Bsp. twitter.com/SlutWalkEureStadt) und versorgt diesen wenn möglich manuell mit Informationen, anstatt z.B. nur eure Posts von Facebook darauf umzuleiten. Er ist als Nachrichtenkanal genauso wichtig und erreicht wiederum ganz andere und neue Teilnehmer_innen für den Walk.
  6. TROLLE – Überlegt euch eine Umgangsweise mit Trollen, also Menschen die lediglich provozieren möchten und nichts Konstruktives zur Debatte um Vergewaltigungsmythen, sexualisierte Gewalt, Sexismus etc. beitragen. Bei diesen Themen werden sie jedenfalls leider auftauchen und eure Nerven strapazieren.

★ KOOPERATION: Vergesst bei all den schönen Online-Plattformen nicht, dass es auch viele Menschen gibt, die entweder wenig oder gar nicht im Netz unterwegs sind! Da ihr diese aber ebenso erreichen wollt, überlegt zu welchen Organisationen und Vereinen ihr vielleicht bereits Kontakte habt und ob eine Zusammenarbeit für den SlutWalk sinnvoll wäre. Meist lässt sich bereits einiges aus den eigenen Netzwerken des Orga-Teams einbringen, um hier einen Grundstein zu legen. Versucht dabei ein möglichst breites Spektrum an Organisationen anzusprechen, um wiederum so viele Teilnehmer_innen wie möglich für den Walk zu gewinnen. Auch wenn vermutlich nicht alle angefragten Institutionen den SlutWalk unterstützen werden, ist es wichtig, hier offen auf sie zuzugehen.

★ VERNETZUNG: Teilt anderen bestehenden SlutWalk-Gruppen mit, dass es euch gibt. Sie werden euch helfen, Leute zu mobilisieren und können euch Ratschläge zur Vorbereitung, wie z.B. zur Demo-Anmeldung geben. Hierfür nutzt auch z.B. unsere Vernetzungspage auf Facebook oder kontaktiert uns per Mail. Am besten orientiert ihr euch ebenfalls an den bisherigen SlutWalks weltweit und schaut euch an, mit welchen Mitteln diese umgesetzt wurden. Lasst euch z.B. von Plakaten und Aktionen inspirieren.

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